Tag 13: Ruhetag in Wien (II) – 5,0 km – 0:57 Stunden – 1.765 Paddelschläge

01.08.2017. Pascal hat sich heute dazu entschieden noch einen weiteren Tag in Wien zu verbringen. Nachdem er aufgrund von heftigem Gegenwind und ohne Strömung in 30 Minuten nur rund 2,5 Kilometer auf der alten Donau gepaddelt ist, brach er die heutige Tour spontan ab und kehrte auf der neuen Donau zurück. Pascal und Wind, es ist klar, was folgte. Pascal nutzte die Gunst des Windes und vertrieb sich den heutigen Tag bei einer Windsurf-Session mit Chris Sammer auf der neuen Donau. Chris Sammer ist ehemaliger Windsurf-Weltcup-Profi. Eine Brücke auf der neuen Donau diente hierbei als kräftiger Windbeschleuniger. Für Pascal war es ein Vergnügen Chris bei seinen Künsten zuzuschauen und natürlich selbst aktiv zu werden. Windsurfen ist neben SUPen eine große [...]

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Tag 12: Ruhetag in Wien

31.07.2017. Für Pascal stand heute nach elf Paddeltagen der wohlverdiente Ruhetag an. Von Ruhe konnte aber nicht so wirklich die Rede sein. Es stand dann doch das ein oder andere Ereignis an. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Steffi und unserem Kamerateam von Nils und Matze – der feuchtfröhliche Abend war dem ein oder anderen noch anzusehen – hieß es Abschied nehmen. Nils und Matze werden in rund zwei Wochen das nächste Mal Pascal mit ihrer Kamera begleiten. Im Laufe des Tages standen für Pascal einige Termine an. Mit Bruder Nicol ging es zunächst zum Wiener Gössl-Team. Die Skurrilität des Tages war, dass alle gemeinsam barfuß in der Wiener Innenstadt standen. Anschließend ging es zu Manner, die Pascal mit ihren berühmten Mannerschnitten [...]

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Tag 11: Von Altenwörth nach Wien – 49,7 km – 8:37 Stunden – 12.878 Paddelschläge

30.07.2017. Wiener Burgtheater, 1988. Uraufführung des Dramas Heldenplatz. Claus Peymann inszeniert. Einzelne Textpassagen gelangen schon vorher an die Öffentlichkeit. In ganz Österreich brodelt es: „Heldenplatz-Premiere: Burgtheater heute unter Polizeischutz“, schreibt die Krone. Bundespräsident Waldheim schäumt: „Eine grobe Beleidigung des österreichischen Volkes.“ Am Tag der Aufführung trifft sich vor der Burg die „National-Konservative Union“ und ruft zu Protesten auf, andere wollen Kuhmist vor dem Gebäude abladen. Die Burg ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Aufführung beginnt. Und wie erwartet: es kommt zum großen Skandal! Immer wieder gibt es Pfiffe und Buhrufe, gleichzeitig demonstrativer Applaus und Bravo-Rufe. Zum Ende der Vorstellung überwiegt die Begeisterung, das Publikum verabschiedet die Schauspieler mit tosendem Applaus. „Österreich selbst ist nichts als eine Bühne auf [...]

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Tag 10: Von Melk nach Altenwörth – 56,8 km – 8:30 Stunden – 11.438 Paddelschläge

29.07.2017. Es ist Ende des zwölften Jahrhunderts, der dritte Kreuzzug ist im vollen Gange. Die Donau ist ein wichtiger Transport- und Nachschubweg für die Rückeroberung des gelobten Landes. Riesige Heere sammeln sich bei Regensburg und setzen über die Steinerne Brücke (damals die einzige wirklich massive Brücke der ganzen Donau). Auf Schiffen oder zu Fuß geht es die Donau entlang zum Schwarzen Meer und dann weiter nach Jerusalem. Viele werden ihr Ziel nie erreichen. Der englische König Richard I., besser bekannt als Richard Löwenherz, hatte genug. Er vereinbarte mit Saladin einen Waffenstillstand und machte sich auf den Weg in die Heimat. Zuvor jedoch erzürnte er Leopold V. Bei der Eroberung von Akkon hatte dieser sich besonders hervor getan, Löwenherz gönnte es [...]

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Tag 9: Von Grein nach Melk – 45,4 km – 6:30 Stunden – 9.042 Paddelschläge

28.07.2017. Die Donau, sie ist eine der ältesten und bedeutendsten Handelsrouten. Ursprünglich mit Flößen, seit der Römerzeit mit Schiffen, wurden allmögliche Waren und ganze Heere auf der Donau transportiert. Typische Boote waren die „Wiener Zillen“, unter anderem auch als „Ulmer Schachteln“ bezeichnet. Es waren einfach konstruierte, bis zu 30 Meter lange Boote, die in der Regel noch einen Hausaufbau auf dem Deck hatten. Oftmals wurden die Boote nach Erreichen ihres Ziels auseinander gebaut und das Holz verkauft. Für lange Zeit konnten die Boote stromaufwärts nur durch das sogenannte „Treideln“ vorankommen. Auf den seitlichen Trampelpfaden wurden die Boote mit Hilfe von Leinen von Menschen und später von Ochsen oder Pferden gezogen – eine schweißtreibende Angelegenheit, aber auch lukratives Geschäft für die [...]

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Tag 8: Von Linz nach Grein – 54,6 km – 6:17 Stunden – 10.400 Paddelschläge

27.07.2017. An der Unteren Donaulände 6 in Linz, direkt neben dem heutigen Ausgangsort von Pascal, gab es eine Wohnung der Donau-Dampf-Schifffahrt. Hier verbrachte der große österreichische Schriftsteller Adalbert Stifter lange Jahre bis zu seinem Tod. Stifter war ein einfacher Mensch, der die Natur und Landschaften Österreichs und Böhmens liebte und diese auf wunderbar melancholische Weise in seinen Büchern beschrieb. Im Rhythmus des Flusses konnte er, aus dem Fenster auf die Donau schauend, seine Gedanken und sein Schreiben fließen lassen. Auch Pascal begibt sich in den Rhythmus der Donau, wie bei Stifter geht es auch für ihn auf seiner Reise um Einfachheit, Gedanken fließen lassen und die innere Einkehr. Pünktlich um 9:00 Uhr und ohne Regen begab er sich auf den [...]

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Tag 7: Von Inzell nach Linz – 46,8 km – 5:51 Stunden – 11.460 Paddelschläge

26.07.2017. Eine Person, die Pascal dazu inspirierte Pure Water for Generations zu gründen und für die Natur ins Schwarze Meer zu paddeln, ist Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia. In seinem lesenswerten Buch Lass die Mitarbeiter surfen gehen erklärt er seine Philosophie und die besondere Unternehmenskultur von Patagonia. Patagonia stellt umweltfreundliche Outdoor-Bekleidung her und ist bekannt für die lange Haltbarkeit seiner Produkte. Das Unternehmen spendet jedes Jahr 1% des Umsatzes an Umweltorganisationen, unabhängig davon, ob es ein erfolgreiches oder ein bescheidenes Geschäftsjahr war. Das Buch ist für Pascal ein ständiger Wegbegleiter und führte dazu, dass Pascal sein eigenes Handeln und seinen persönlichen Umgang mit der Natur und dem Wasser mehr und mehr hinterfragte und darüber nachdachte, wie er etwas zurückgeben kann. [...]

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Tag 6: Von Passau nach Inzell – 42,0 km – 7:00 Stunden – 9.557 Paddelschläge

25.07.2017. Passau, der heutige Ausgangsort mit seiner 2.000 jährigen Geschichte, galt einst als eine Art europäische Hauptstadt. Ihre machtvolle Diözese erstreckte sich bis nach Österreich und Ungarn. Der spätere Papst Pius II. bemerkte, es sei leichter in Rom Papst zu werden als in Passau Kanonikus. Bis 1803 war es freie Reichsstadt, ehe es sich die Bayern im Reichsdeputationshauptschluss einverleibten. Trotz seiner barocken und majestätischen Schönheit gibt es ein Thema, das die Gemüter an Wirtshausstammtischen in Passau erhitzen lässt. Warum heißt die Donau im weiteren Verlauf eigentlich Donau, und nicht Inn? Der Inn ist schließlich viel breiter im Mündungsgebiet von Donau, Inn und Ilz. Hätte Johann Strauß nicht besser „An dem schönen, blauen Inn“ komponieren sollen? Schon seltsam. Claudio Magris stört sich [...]

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Tag 5: Von Thundorf bis Passau – 53,0 km – 7:19 Stunden – 13.454 Paddelschläge

24.07.2017. Ein „Sonnentrotzer“ sei die Donau, erkannte schon der griechische Geschichtsschreiber Herodot, weil sie gegen Osten strömt, dem Sonnenaufgang und Licht entgegen. Nach einem Bonmot von Karl Kraus lebten hier allein 20 Sprachen, fünf Konfessionen und drei Alphabete zusammen. Der Donauraum wurde von Kelten, Griechen, Römern, Germanen, Osmanen, Habsburgern, Zaren und vielen mehr beherrscht. Sogar die Mongolen stürmten ihn einst, raub- und brandschatzen und zogen sich wieder in die Weiten Asiens zurück. Über Jahrhunderte konnte man sich nicht darauf einigen, wo genau die Donauquelle liegt. Amedeo behauptete sogar, sie entspringe einem Wasserhahn, der nie zugedreht wurde, so zumindest heißt es in dem Buch Donau: Biographie eines Flusses von Claudio Magris. Auch deshalb ist die Donau einer der wenigen Flüsse, dessen [...]

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Tag 4: Von Dingolfing bis Thundorf – 52,4 km – 7:04 Stunden – 12.604 Paddelschläge

23.07.2017. Pascal erreichte heute auf seinem Weg nach Thundorf das Isardelta. Knapp 300 km hat das Wasser vom Karwendelgebirge bis zur Mündung in die Donau zurückgelegt. Und hier zeigt sich die Isar nochmal von ihrer schönsten Seite: ein einzigartiges Wildflußdelta mit einer unglaublichen Artenvielfalt. In den naturbelassenen Auenwäldern leben seltene Tierarten wie das Blaukehlchen, der Biber oder der Pirol. Gut 800 Hektar sind seit 1990 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Isar als Gebirgsfluß trifft hier mit der Donau auf einen Tieflandfluß mit geringem Gefälle. Dadurch entstehen häufig überflutete Stellen mit Altwässern und tiefen Senken. Diese Voraussetzungen begünstigen die Entwicklung einer Auenlandschaft mit Hart- und Weichholzauwäldern, die in Europa äußerst gefährdet sind. Start in den Tag mit einem kleinen Malheur, der Reisverschluss von [...]

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