Tag 10: Von Melk nach Altenwörth – 56,8 km – 8:30 Stunden – 11.438 Paddelschläge

29.07.2017. Es ist Ende des zwölften Jahrhunderts, der dritte Kreuzzug ist im vollen Gange. Die Donau ist ein wichtiger Transport- und Nachschubweg für die Rückeroberung des gelobten Landes. Riesige Heere sammeln sich bei Regensburg und setzen über die Steinerne Brücke (damals die einzige wirklich massive Brücke der ganzen Donau). Auf Schiffen oder zu Fuß geht es die Donau entlang zum Schwarzen Meer und dann weiter nach Jerusalem. Viele werden ihr Ziel nie erreichen. Der englische König Richard I., besser bekannt als Richard Löwenherz, hatte genug. Er vereinbarte mit Saladin einen Waffenstillstand und machte sich auf den Weg in die Heimat. Zuvor jedoch erzürnte er Leopold V. Bei der Eroberung von Akkon hatte dieser sich besonders hervor getan, Löwenherz gönnte es [...]

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Tag 9: Von Grein nach Melk – 45,4 km – 6:30 Stunden – 9.042 Paddelschläge

28.07.2017. Die Donau, sie ist eine der ältesten und bedeutendsten Handelsrouten. Ursprünglich mit Flößen, seit der Römerzeit mit Schiffen, wurden allmögliche Waren und ganze Heere auf der Donau transportiert. Typische Boote waren die „Wiener Zillen“, unter anderem auch als „Ulmer Schachteln“ bezeichnet. Es waren einfach konstruierte, bis zu 30 Meter lange Boote, die in der Regel noch einen Hausaufbau auf dem Deck hatten. Oftmals wurden die Boote nach Erreichen ihres Ziels auseinander gebaut und das Holz verkauft. Für lange Zeit konnten die Boote stromaufwärts nur durch das sogenannte „Treideln“ vorankommen. Auf den seitlichen Trampelpfaden wurden die Boote mit Hilfe von Leinen von Menschen und später von Ochsen oder Pferden gezogen – eine schweißtreibende Angelegenheit, aber auch lukratives Geschäft für die [...]

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Tag 8: Von Linz nach Grein – 54,6 km – 6:17 Stunden – 10.400 Paddelschläge

27.07.2017. An der Unteren Donaulände 6 in Linz, direkt neben dem heutigen Ausgangsort von Pascal, gab es eine Wohnung der Donau-Dampf-Schifffahrt. Hier verbrachte der große österreichische Schriftsteller Adalbert Stifter lange Jahre bis zu seinem Tod. Stifter war ein einfacher Mensch, der die Natur und Landschaften Österreichs und Böhmens liebte und diese auf wunderbar melancholische Weise in seinen Büchern beschrieb. Im Rhythmus des Flusses konnte er, aus dem Fenster auf die Donau schauend, seine Gedanken und sein Schreiben fließen lassen. Auch Pascal begibt sich in den Rhythmus der Donau, wie bei Stifter geht es auch für ihn auf seiner Reise um Einfachheit, Gedanken fließen lassen und die innere Einkehr. Pünktlich um 9:00 Uhr und ohne Regen begab er sich auf den [...]

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Tag 7: Von Inzell nach Linz – 46,8 km – 5:51 Stunden – 11.460 Paddelschläge

26.07.2017. Eine Person, die Pascal dazu inspirierte Pure Water for Generations zu gründen und für die Natur ins Schwarze Meer zu paddeln, ist Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia. In seinem lesenswerten Buch Lass die Mitarbeiter surfen gehen erklärt er seine Philosophie und die besondere Unternehmenskultur von Patagonia. Patagonia stellt umweltfreundliche Outdoor-Bekleidung her und ist bekannt für die lange Haltbarkeit seiner Produkte. Das Unternehmen spendet jedes Jahr 1% des Umsatzes an Umweltorganisationen, unabhängig davon, ob es ein erfolgreiches oder ein bescheidenes Geschäftsjahr war. Das Buch ist für Pascal ein ständiger Wegbegleiter und führte dazu, dass Pascal sein eigenes Handeln und seinen persönlichen Umgang mit der Natur und dem Wasser mehr und mehr hinterfragte und darüber nachdachte, wie er etwas zurückgeben kann. [...]

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Tag 6: Von Passau nach Inzell – 42,0 km – 7:00 Stunden – 9.557 Paddelschläge

25.07.2017. Passau, der heutige Ausgangsort mit seiner 2.000 jährigen Geschichte, galt einst als eine Art europäische Hauptstadt. Ihre machtvolle Diözese erstreckte sich bis nach Österreich und Ungarn. Der spätere Papst Pius II. bemerkte, es sei leichter in Rom Papst zu werden als in Passau Kanonikus. Bis 1803 war es freie Reichsstadt, ehe es sich die Bayern im Reichsdeputationshauptschluss einverleibten. Trotz seiner barocken und majestätischen Schönheit gibt es ein Thema, das die Gemüter an Wirtshausstammtischen in Passau erhitzen lässt. Warum heißt die Donau im weiteren Verlauf eigentlich Donau, und nicht Inn? Der Inn ist schließlich viel breiter im Mündungsgebiet von Donau, Inn und Ilz. Hätte Johann Strauß nicht besser „An dem schönen, blauen Inn“ komponieren sollen? Schon seltsam. Claudio Magris stört sich [...]

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Tag 5: Von Thundorf bis Passau – 53,0 km – 7:19 Stunden – 13.454 Paddelschläge

24.07.2017. Ein „Sonnentrotzer“ sei die Donau, erkannte schon der griechische Geschichtsschreiber Herodot, weil sie gegen Osten strömt, dem Sonnenaufgang und Licht entgegen. Nach einem Bonmot von Karl Kraus lebten hier allein 20 Sprachen, fünf Konfessionen und drei Alphabete zusammen. Der Donauraum wurde von Kelten, Griechen, Römern, Germanen, Osmanen, Habsburgern, Zaren und vielen mehr beherrscht. Sogar die Mongolen stürmten ihn einst, raub- und brandschatzen und zogen sich wieder in die Weiten Asiens zurück. Über Jahrhunderte konnte man sich nicht darauf einigen, wo genau die Donauquelle liegt. Amedeo behauptete sogar, sie entspringe einem Wasserhahn, der nie zugedreht wurde, so zumindest heißt es in dem Buch Donau: Biographie eines Flusses von Claudio Magris. Auch deshalb ist die Donau einer der wenigen Flüsse, dessen [...]

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Tag 4: Von Dingolfing bis Thundorf – 52,4 km – 7:04 Stunden – 12.604 Paddelschläge

23.07.2017. Pascal erreichte heute auf seinem Weg nach Thundorf das Isardelta. Knapp 300 km hat das Wasser vom Karwendelgebirge bis zur Mündung in die Donau zurückgelegt. Und hier zeigt sich die Isar nochmal von ihrer schönsten Seite: ein einzigartiges Wildflußdelta mit einer unglaublichen Artenvielfalt. In den naturbelassenen Auenwäldern leben seltene Tierarten wie das Blaukehlchen, der Biber oder der Pirol. Gut 800 Hektar sind seit 1990 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Isar als Gebirgsfluß trifft hier mit der Donau auf einen Tieflandfluß mit geringem Gefälle. Dadurch entstehen häufig überflutete Stellen mit Altwässern und tiefen Senken. Diese Voraussetzungen begünstigen die Entwicklung einer Auenlandschaft mit Hart- und Weichholzauwäldern, die in Europa äußerst gefährdet sind. Start in den Tag mit einem kleinen Malheur, der Reisverschluss von [...]

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Tag 3: Von Landshut bis Dingolfing – 30,0 km – 4:57 Stunden – 7.757 Paddelschläge

22.07.2017. Die Isar, ein Fluß der Sehnsüchte und großen Dramen. „Er selbst liegt vor uns, grün und in weißem Brausen, er ist im Grunde nichts anderes als ein großer Gießbach aus den Bergen, aber sein immerwährendes Geräusch, das mehr oder weniger gedämpft überall in der Gegend zu hören ist, hier aber frei waltend das Ohr erfüllt, kann wohl Ersatz bieten für das heilige Anprallen des Meeres, wenn man dies nun einmal nicht haben kann“, eine Liebeserklärung von Thomas Mann an die Isar. Gleichzeitig wurde die Isar durch verheerende Hochwasser zum Alptraum vieler Menschen. Auch Landshut, der heutige Ausgangspunkt, war davon betroffen. Der heilige Sebastian, Schutzpatron der Stadt, bittet auf einem Bild in der Landshuter Stadtkirche auf einer Wolke sitzend die [...]

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Tag 2: Von Freising bis Landshut – 40,0 km – 7:15 Stunden – 9.040 Paddelschläge

21.07.2017. Freising: älteste Stadt Oberbayerns, Domsitz, mit Weihenstephan Wiege des Bieres, Weltmetropole. Doch dann kam Heinrich der Löwe, zerstörte die Föhringer Brücke, ließ in München (damals nicht mehr als eine kleine Ansiedlung von ein paar Mönchen) die Isarbrücke errichten und leitete damit den lukrativen Salzhandel von Freising nach München um – bestätigt durch Friedrich Barbarossa im Augsburger Schied von 1158. Gott sei Dank werden viele sagen, so wurde München „das größte Dorf der Welt“ und Freising bewahrte sich seine Beschaulichkeit bis heute. Und damit war Freising heute der perfekte Ausgangsort für eine gemeinsame Paddeltour! Bei traumhaftem Wetter konnten die rund 30 Mitpaddler die Isar hautnah erleben. Auf den 40 km bei leichtem Gegenwind wurde dem ein oder anderen bewusst, welche [...]

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Tag 1: Von München bis Freising – 33,3 km – 5:23 Stunden – 7.614 Paddelschläge

20.07.2017. Pascal startete heute pünktlich 9:30 Uhr den Prolog seiner großen Tour zum Schwarzen Meer. Rund 100 Verwandte, Freunde, Partner und Journalisten waren bei der Verabschiedung zugegen. Die bayrische Umweltministerin Ulrike Scharf zeigte sich tief beeindruckt von Pascals Projekt: „Sie schaffen viel Aufmerksamkeit für die Natur und bringen mit den Flüßen unsere Lebensadern in das Bewusstsein der Menschen zurück. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir heute hier in den Isarauen stehen.“ In den letzten Jahren wurde viel für die Renaturierung der Flußlandschaft getan. Und es soll weiter gehen. „Nach einem aktuellen Projekt sollen bis 2021 insgesamt 200 km Fluß für Fische durchgängig gemacht werden“, erklärte Ulrike Scharf. Danach sprach Pascal ein paar Worte zum Abschied: „Für ein neues Auto oder ein [...]

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