Fällt ein Plan ins Wasser
„Ich gehe nicht mal mit dem Tretboot ins tiefe Wasser“, sagte ein Mädchen in Neubrandenburg. Ein paar Stunden später war sie mit ihrem SUP weit draußen auf dem Tollensesee. Am Ende stand sie sogar darauf.
Bei 14 Wassertagen von Stavenhagen bis Wels, von Kühlungsborn bis Geisenfeld, von Rostock bis Schwertberg begegneten rund 700 Schülerinnen und Schüler in der letzten Woche dem Wasser auf ganz unterschiedliche Weise. Manchmal als vertrautem Sommerort, als Gewässer direkt vor der Haustür, an dem sie trotzdem noch nie waren, als Naturraum, der schön wirkt und zugleich Zeichen von Belastung zeigt. Und immer wieder als Kraft, die dem Tag eine neue Richtung gibt.
Denn diese Woche war keine Woche, in der alles einfach nach Ablaufplan funktionierte. In Stavenhagen musste das Team nach dem Kino früher als gedacht vom Wasser zurück, weil ein Sturm aufzog. In Wels machte der Wind auf der Traun das Paddeln anspruchsvoller als erwartet. In Schwertberg wurde wegen der Gewitterprognose der ganze Ablauf umgestellt: erst Paddeln auf der Aist, dann Stationen, dann Film. In Geisenfeld erlebte das Team einen extremen Wetterumschwung und in Rostock wurde wegen Wind und Algenblüte ebenfalls flexibel geplant.
Wenn Pläne ins Wasser fallen, passiert manchmal etwas Erstaunliches: Wir werden offener und aufmerksamer für die vielen kleinen Begegnungen und Momente, die sonst vielleicht an uns vorbeigeflossen wären.
Vielleicht sollten wir häufiger mit einem „Dann eben so“ durch den Tag gehen.
Wenn der Fluss vor der Haustür fremd ist
Keine 20 Minuten zu Fuß liegt die Traun in Wels von der Schule entfernt, die am Montag ihren Wassertag mit uns hatte. Dennoch waren einige Schülerinnen und Schüler noch nie dort gewesen. Andere hatten Sorge vor dem Reinfallen, vor der Tiefe, vor Fischen, vor dem Unbekannten unter der Oberfläche.
Der Wind machte den Tag zu einer Herausforderung, viele Jugendliche standen zum ersten Mal auf einem SUP. Dennoch konnte das Team alle einzeln aufs Wasser begleiten und ihnen helfen, sich diesem nahen und doch fremden Fluss anzunähern. Der ferne Fluss wurde erreichbar und ein Teil des Heimatortes. Und vielleicht auch Teil des eigenen Lebens.
Wenn Angst in Freude kippt
Am Strandbad Broda in Neubrandenburg war die Stimmung locker, konzentriert und offen. Einige Jugendliche wagten kleine Tricks auf dem SUP, andere sprangen ins Wasser, wieder andere tasteten sich vorsichtig heran.
Und dann war da ein Mädchen, das am Anfang sagte, sie gehe nicht einmal auf einem Tretboot ins Wasser. Dass sie später auf einem SUP weit hinauspaddelte und am Ende auf dem Board stand, war mehr als ein schöner Tagesmoment, es war eine kleine Mutgeschichte.
Ähnlich leicht und zugleich besonders fühlte sich der Wassertag in Kühlungsborn an. Zwei Mädchen ließen sich nach einem „Sturz“ vom SUP von den 19 Grad warmen Wellen der Ostsee tragen und beschrieben diesen Moment mit den Worten: „Einfach existierend.“ Nicht leisten. Nicht funktionieren. Nicht abliefern. Nur im Wasser sein, getragen werden, den eigenen Körper spüren, lachen, atmen, da sein.
Beim Müllsammeln erhielten die 62 Schülerinnen und Schüler dann spontanen Applaus von Gästen an der Strandpromenade. Ein kleines Mädchen brachte ihnen mit großem Lächeln eine Bananenschale. Wie ansteckend doch Umweltbewusstsein sein kann.
Willkommener Regen
In Geisenfeld begleitete unser Team drei Tage lang die achten Klassen der Realschule Geisenfeld ans Wasser. Die Ilm, die über die Abens mit der Donau verbunden ist, lag direkt vor der Schultür, die Stationen zu Fuß erreichbar.
Der ersten Tag nach der Hitzewelle begrüßte uns mit wohltuendem Nieselregen. Für Pflanzen, Tiere und Menschen war das eine Erleichterung. Genauso, als es am zweiten Tag zum SUPen an den Feilenmooser Erholungsweiher ging. Am dritten Tag dann jedoch der Plottwist: strömender Regen. Die Stationen fanden in der Schule statt. Und doch entstand genau daraus ein besonderer Moment. Ein Schüler sagte:
„Durch den Regen kann ich mich besser konzentrieren und entspannen – ohne ihn wäre ich nicht so entspannt gewesen.“
Kurz nach der Achtsamkeitsstation fragte ein anderer Schüler, ob solche Übungen nicht öfter in den Schulalltag integriert werden könnten.
Schön und trotzdem angeschlagen
In Rostock verbrachten zwei Klassen der Käthe-Kollwitz-Schule ihren Wassertag an der Warnow. Der Fluss wirkte auf den ersten Blick schön und lebendig. Gleichzeitig zeigten sich stellenweise Algenteppiche. Solche Algenblüten können durch hohe Nährstoffeinträge und warme Temperaturen begünstigt werden.
Für die Jugendlichen wurde dadurch sichtbar: Ein Fluss kann schön und lebendig wirken und trotzdem unter Druck stehen. Dennoch wirkte das Wasser: Die Jugendlichen tauten auf, wurden lebendiger, offener, kamen miteinander und mit dem Team ins Gespräch.
Am nächsten Tag kam die Borwinschule aus Rostock an der Warnow. Wegen der angekündigten Windstärke wurde der Ablauf angepasst. Die Kinder starteten in Gruppen mit Malen, Natur- und Körperwahrnehmung, Lese- und Spielkiste und SUP-Vorbereitung. Wegen der Algenblüte wurde auf das Schwimmen verzichtet. Dafür wurde gegen den Wind gepaddelt.
Später sammelten sie Müll an der Anlegestelle in Papendorf. Innerhalb von 20 Minuten war der Bereich sauber. Die Kinder waren sichtbar stolz auf das, was sie gefunden und weggeräumt hatten.
Von klar bis schwarz
In Waren war die Sonne hinter Wolken versteckt. Zum Glück, schrieb das Team, sonst wären alle auf dem Schulsportplatz, der für die Wasserstationen genutzt wurde, wohl „verbrutzelt“. So konnten die Schülerinnen und Schüler in angenehmer Temperatur Runden auf dem Tiefwarensee drehen und die grüne Landschaft genießen.
Am Attersee wurde der Wassertag fast traumhaft: sonnig, nicht zu heiß, motivierte Schülerinnen und Schüler, ein klarer See. Ein Schüler trank sogar direkt vom SUP aus dem See – auch wenn er eher in tieferen Schichten Trinkwasserqualität haben soll. Auch solche Szenen bleiben hängen. Weil sie zeigen, wie unmittelbar Kinder und Jugendliche auf Wasser reagieren. Mit Vertrauen und Neugier und manchmal auch mit einer kleinen Portion Übermut.
In Schwertberg war die Aist dagegen dunkel, undurchsichtig und schwer einzuschätzen. Niemand konnte wirklich sagen, wie tief sie war. Wegen der angekündigten Gewitter wurde der gesamte Ablauf kurzerhand umgestellt: erst Paddeln, dann Stationen, dann Film. Trotzdem – oder vielleicht gerade wegen dieser Flexibilität – beschrieb Schuldirektor Jakob Klein den Wassertag als besondere Erfahrung:
„Der Wassertag war für die Kinder und Jugendlichen ein einmaliges Erlebnis direkt in ihrem Lebensumfeld. Das Konzept ist toll und nachhaltig und der Wassertag ist sicher ein Best-Practice-Beispiel für ein fächerübergreifendes, außerschulisches Kooperationsprojekt ganz im Sinne des neuen Lehrplanes.“
Vor der Tür und weit darüber hinaus
Einen Tag später in Waldhausen im Strudengau wurde sichtbar, wie nah Wasser oft ist – und wie weit seine Wege reichen. Der Badesee Waldhausen war ein besonderer Ort für den Wassertag: Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur die Donau direkt vor der Haustür. Auch der Badesee ist mit ihr verbunden.
Dadurch wurde sehr konkret, was eigenes Handeln bewirken kann. Wer Müll sammelt, wer achtsamer mit der Natur umgeht, schützt nicht nur den Ort, an dem er gerade steht. Er nimmt auch Einfluss auf ein Gewässersystem, das weiterfließt – in diesem Fall in die Donau und mit ihr durch viele weitere Länder.
Für einige Schülerinnen und Schüler war genau das ein Aha-Moment. In einem Feedback hieß es: „Heute durfte ich viel Neues lernen und es hat mich richtig zum Nachdenken gebracht.“
Auch für das Team war dieser Wassertag besonders stimmig. Schon die Anfahrt führte einige Kilometer an der Donau entlang, bevor der Standort erreicht war. So begann das Thema nicht erst am Badesee, sondern schon unterwegs, mit Blick auf den Fluss, der direkt vor der eigenen Haustür vorbeifließt und zugleich Europa verbindet.
Mit dem Wassertag in Waldhausen gingen die Wassertage in Oberösterreich zu Ende und wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wiederkommen können.
Wenn eine Flaschenpost ihr Ziel erreicht
Auch in Mecklenburg-Vorpommern neigte sich unsere Zeit dem Ende. In unserer letzten Woche im Norden war wieder die Flaschenpost mit dabei. In Kühlungsborn wurde sie gefunden, dann zog sie weiter nach Rostock, wo sie in dieser Woche ihr Ziel fand Viele bewegende Gedanken und Worte an das Wasser haben die Jugendlichen auf dem Pergament der Flaschenpost hinterlassen. Und so wurden Orte, Schulen, Geschichten und vor allem die einzigartigen Gewässer miteinander verbunden.
Vielleicht passt dieses Bild besonders gut zu den Wassertagen. Denn auch sie tragen Botschaften weiter. Von Klasse zu Klasse. Von See zu See. Von Fluss zu Fluss.
Von einem ersten Paddelschlag bis zu einem Mädchen, das plötzlich weit draußen auf dem Wasser steht.
The water we met
Die Ostsee
Die Ostsee ist eines der größten Brackwassermeere der Erde. Sie verbindet neun Anrainerstaaten miteinander und ist über die dänischen Meerengen nur schmal mit der Nordsee verbunden. Dadurch findet der Wasseraustausch nur langsam statt, und Süßwasser aus Flüssen mischt sich mit salzigerem Wasser aus der Nordsee.
Besonders ist die Ostsee, weil sie ein sehr junges, empfindliches Meer ist. Ihr Salzgehalt ist deutlich niedriger als in den großen Ozeanen und verändert sich je nach Region. Viele Arten leben hier an der Grenze dessen, was sie vertragen: Für reine Süßwasserarten ist das Wasser oft zu salzig, für viele Meeresarten zu süß. Dadurch ist das ökologische Gleichgewicht besonders sensibel.
Zugleich steht die Ostsee stark unter Druck. Nährstoffeinträge aus Flüssen und Direkteinleitungen konnten in Deutschland seit den 1990er-Jahren zwar deutlich reduziert werden, bleiben aber ein zentrales Thema. Zu viele Nährstoffe begünstigen Algenblüten und Sauerstoffmangel. Hinzu kommen Schifffahrt, Fischerei, Müll, Unterwasserlärm, Schadstoffe und die Erwärmung des Wassers. Für die Schülerinnen und Schüler in Kühlungsborn wurde die Ostsee dadurch nicht nur zum Ort für Wellen, Wind und Weite, sondern auch zu einem Meer, dessen Schutz direkt vor der eigenen Strandpromenade beginnt.
Die Warnow
Die Warnow ist einer der prägenden Flüsse Mecklenburg-Vorpommerns. Sie entspringt im Landkreis Ludwigslust-Parchim, 30 Kilometer östlich von Schwerin, und fließt über rund 150 Kilometer bis nach Rostock, wo sie als Unterwarnow in Richtung Ostsee weiterströmt. In Rostock ist sie nicht nur Fluss, sondern Stadtgewässer, Lebensraum, Verkehrsraum und Erholungsort zugleich.
Besonders ist die Warnow, weil sie sich auf ihrem Weg stark verändert. Oberhalb Rostocks ist sie ein Binnenfluss mit Wiesen, Ufern, Zuflüssen und angrenzenden Landschaften. In der Unterwarnow mischt sie sich zunehmend mit dem Einfluss der Ostsee. Schilfgürtel, Flachwasserzonen und tiefere Rinnen bieten Lebensraum für Fische, Wasservögel, Pflanzen und viele kleinere Organismen.
Zugleich zeigt die Warnow, wie deutlich ein Gewässer auf Belastungen reagiert. Gerade in der Unterwarnow spielen Nährstoffbelastungen seit langem eine Rolle; Algenblüten können ein sichtbares Zeichen dafür sein. Für die Schülerinnen und Schüler in Rostock wurde dadurch erfahrbar, dass ein Fluss schön und lebendig wirken kann und trotzdem Aufmerksamkeit braucht. Wer an der Warnow paddelt, begegnet nicht nur Wasser, sondern einem empfindlichen Stadtnaturraum.
Die Traun
Die Traun ist einer der wichtigsten Flüsse Oberösterreichs und ein rechter Nebenfluss der Donau. Sie ist rund 153 Kilometer lang, entspringt im steirischen Salzkammergut im Bereich des Toten Gebirges und mündet bei Linz in die Donau. Auf ihrem Weg durchfließt oder verbindet sie mehrere prägende Seen- und Flusslandschaften des Salzkammerguts, darunter Grundlsee, Hallstätter See und Traunsee. Auch der Attersee ist über die Ager mit der Traun verbunden.
Besonders ist die Traun, weil sie auf vergleichsweise kurzer Strecke sehr unterschiedliche Landschaften miteinander verbindet. In ihrem Oberlauf ist sie noch stark von den Alpen geprägt: klar, kühl, schnell und stellenweise schluchtartig. Später fließt sie durch bekannte Orte wie Bad Ischl, Gmunden, Wels und Traun, verlässt die Berglandschaft und wird Teil des oberösterreichischen Alpenvorlands. Damit erzählt sie auch vom Übergang: vom Gebirgswasser zum Stadtfluss, von den Alpen zur Donau.
Historisch war die Traun ein wichtiger Transportweg. Über sie wurde über Jahrhunderte Salz aus dem Salzkammergut Richtung Donau gebracht – das „weiße Gold“, das ganze Regionen prägte. Heute ist sie zugleich Naturraum, Energiequelle, Freizeitgewässer, Siedlungsraum und Verbindungsfluss.
Ökologisch ist die Traun wertvoll, aber stark beansprucht. In vielen Abschnitten wurde sie reguliert, verbaut oder durch Wasserkraftnutzung verändert. Gerade in den Stauräumen der Kraftwerke gilt sie als deutlich naturfern; auch manche verbliebenen Fließstrecken sind in ihrer Lebensraumvielfalt eingeschränkt.
Die Ilm
Die Ilm ist ein bayerischer Fluss im Donaueinzugsgebiet. Sie fließt durch die Landkreise Dachau, Pfaffenhofen an der Ilm, Kelheim und Eichstätt und mündet heute in die Abens, die weiter zur Donau fließt. Ursprünglich war die Ilm ein direkter Nebenfluss der Donau; durch wasserbauliche Maßnahmen wurde jedoch ihr Unterlauf verändert.
Ökologisch prägen Wiesen, Äcker, Hopfengärten, Wälder und ehemalige Überschwemmungsbereiche den Lauf der Ilm. Gerade in solchen Kulturlandschaften zeigt sich, wie eng Gewässer mit Landwirtschaft, Siedlung, Hochwasserschutz und Renaturierungsfragen verbunden sind.
Die Aist
Die Aist ist ein Fluss im östlichen Mühlviertel in Oberösterreich. Sie entsteht südlich von Pregarten aus dem Zusammenfluss von Feldaist und Waldaist und mündet in der Nähe von Schwertberg in die Donau. Als Aist ist sie nur etwa 14 Kilometer lang; gemeinsam mit der Waldaist kommt das Flusssystem aber auf rund 72 Kilometer.
Besonders ist die Aist, weil sie Teil eines verzweigten Bach- und Flusssystems ist, das große Bereiche des Mühlviertels entwässert. Sie fließt durch eine Landschaft, die von Granit- und Gneishochland, Tälern, Wäldern, Siedlungen und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt ist. Auf ihrer Strecke berührt sie auch geschützte Bereiche des Natura-2000-Gebiets Waldaist-Naarn.
Ökologisch sind solche Flusssysteme wertvoll, weil sie Lebensräume verbinden: Oberläufe, Ufer, Auen, Kiesbereiche, schattige Bachabschnitte und Mündungsräume. Zugleich reagieren sie empfindlich auf Verbauung, Querbauwerke, Niedrigwasser, Stoffeinträge und starke Regenereignisse.
Der Tollensesee
Der Tollensesee liegt südwestlich der Innenstadt von Neubrandenburg und gehört zur Mecklenburgischen Seenplatte. Er ist rund zehn Kilometer lang, bis zu zweieinhalb Kilometer breit und zählt mit einer Fläche von etwa 17,9 Quadratkilometern zu den großen Seen Mecklenburg-Vorpommerns. Hydrologisch liegt er im Verlauf der Tollense.
Besonders ist der Tollensesee durch seine Lage: Er ist Naturraum, Freizeitort und Stadtsee zugleich. Für Neubrandenburg ist er ein wichtiger Erholungsraum, mit Badestellen, Strandbad, Wassersport, Uferwegen und Blicken in die weite Seenlandschaft. Seine Tiefe von über 30 Metern macht ihn zudem zu einem vielgestaltigen Gewässer mit unterschiedlichen Lebensräumen.
Ökologisch ist der Tollensesee wertvoll, weil große Seen Temperatur, Sauerstoff, Nährstoffe und Lebensräume auf komplexe Weise ausbalancieren. Sie bieten Raum für Fische, Wasserpflanzen, Vögel und viele Kleinstlebewesen, sind aber zugleich durch Nutzung, Einträge aus dem Einzugsgebiet und Erwärmung verletzlich.
Der Tiefwarensee
Der Tiefwarensee liegt am nordöstlichen Stadtrand von Waren an der Müritz. Er ist etwa 2,7 Kilometer lang, bis zu 680 Meter breit und ein eiszeitlich entstandener glazialer Rinnensee. Von der Binnenmüritz trennt ihn nur eine etwa 300 Meter breite Landbrücke.
Besonders ist der Tiefwarensee, weil er Stadt, Eiszeitlandschaft und Naturraum miteinander verbindet. Am Südufer liegt das Warener Stadtzentrum, gleichzeitig gehören Teile seiner Ufer zu Schutzgebieten. Motorboote und Windsurfen sind verboten; rund um den See führt ein Eiszeitlehrpfad. Dadurch ist der Tiefwarensee auch ein Ort, an dem Landschaftsgeschichte sichtbar wird.
Ökologisch erzählt der Tiefwarensee auch von der Verletzlichkeit solcher Stadtseen. In den 1990er-Jahren war er stark mit Nährstoffen belastet; Algenblüten und Sauerstoffmangel im Tiefenwasser waren die Folge. Zwischen 2001 und 2005 wurde der See ökologisch saniert.
Der Feldberger Haussee
Der Feldberger Haussee liegt in der Feldberger Seenlandschaft im Osten Mecklenburgs. Er befindet sich im Naturpark Feldberger Seenlandschaft, nordöstlich des Hauptortes Feldberg, und ist während der Weichseleiszeit als glazialer Zungenbeckensee entstanden.
Besonders ist der Feldberger Haussee, weil er Teil einer außergewöhnlich seenreichen Landschaft ist. Die Feldberger Seenlandschaft ist geprägt von klaren Seen, Wäldern, Hügeln, Tälern, Mooren, Wiesen und Endmoränenbereichen. Sie ist Lebensraum für viele Arten, darunter Seeadler, Fischadler, Schreiadler, Schwarzstorch und Roter Milan.
Ökologisch gilt der Feldberger Haussee als eutropher See, also als nährstoffreicher See. Das macht ihn produktiv, aber auch empfindlich gegenüber zusätzlichen Nährstoffeinträgen, Erwärmung und intensiver Nutzung. Für die Schülerinnen und Schüler in der Feldberger Seenlandschaft wurde der Haussee zu einem Gewässer direkt im eigenen Lebensumfeld – und damit zu einem Ort, an dem Gewässerschutz nicht abstrakt bleibt.
Der Malchiner See
Der Malchiner See liegt südwestlich der Stadt Malchin in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist etwa acht Kilometer lang und liegt in einer Kulturlandschaft, die vom Malchiner Becken, von Wiesen, Feldern, Uferbereichen und angrenzenden Naturräumen geprägt ist.
Besonders ist der Malchiner See, weil er Teil eines größeren Schutz- und Landschaftsraums ist. Das FFH-Gebiet „Malchiner See und Umgebung“ umfasst neben dem See selbst auch Quellen, Bachtäler, Erlen-Eschenwälder, Buchenwälder und Hangwälder. Dadurch ist der See nicht isoliert zu betrachten, sondern als Mittelpunkt eines vielfältigen Gewässersystems.
Ökologisch ist der Malchiner See ein eher flacher See. Gerade flache Seen reagieren oft besonders sensibel auf Nährstoffeinträge, Erwärmung, Winddurchmischung und Nutzung, weil sich Veränderungen schneller im gesamten Wasserkörper bemerkbar machen können.
Der Badesee Waldhausen
Der Badesee Waldhausen liegt in Waldhausen im Strudengau in Oberösterreich, eingebettet in die hügelige Landschaft des Mühlviertels. Er hat eine Wasserfläche von etwa 3,5 Hektar und wird als Naturbadesee mit Liegewiese, Steganlagen, Promenadenweg und Freizeitangeboten genutzt.
Ökologisch sind kleine Badeseen wie Waldhausen oft besonders nah an der Alltagswelt der Menschen. Sie werden zum Schwimmen, Erholen, Angeln, Spazierengehen und Zusammensein genutzt. Gerade deshalb sind sie empfindlich gegenüber Müll, Nährstoffeinträgen, intensiver Nutzung und steigenden Temperaturen.
Der Kreisweiher Feilenmoos
Der Kreisweiher Feilenmoos liegt im Erholungsgebiet Feilenmoos zwischen Geisenfeld und Manching. Er entstand zwischen 1972 und 1978 im Zuge des Kiesabbaus und ist heute ein öffentlicher Badesee mit Liegewiese, Spielplatz, Kiosk und Freizeitmöglichkeiten. Der Weiher hat eine Fläche von knapp zwei Hektar und ist bis zu fünf Meter tief.
Besonders ist der Kreisweiher Feilenmoos, weil er zeigt, wie aus einer durch Menschen veränderten Landschaft ein neuer Erholungs- und Naturraum entstehen kann. Die gesamte Seenlandschaft im Feilenmoos wurde durch Kiesabbau geprägt und wird heute intensiv für Freizeit, Baden und Wassersport genutzt.
Ökologisch sind solche Baggerseen ambivalente Orte. Sie können neue Lebensräume für Pflanzen, Fische, Vögel und Insekten bieten, sind aber zugleich durch Freizeitdruck, Ufergestaltung, Müll, Nährstoffeinträge und sommerliche Erwärmung verletzlich.
Weitere Gewässer
Informationen zum Attersee findet ihr in vorangegangenen Blogbeiträgen.
MAHALO
… an die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, die Sparkasse Oberösterreich, die Sparkasse Pfaffenhofen, die OstseeSparkasse Rostock, die Müritz-Sparkasse und die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz, die die letzten Wochen möglich gemacht haben und von denen wir uns in dieser Woche verabschieden: ALOHA und vielleicht bis nächstes Jahr,
… an den Reuterstädter Schulcampus Stavenhagen, die IBMS / NMS 1 Wels, die Realschule Geisenfeld, das Schulzentrum Kühlungsborn, die Naturpark-Mittelschule Schörfling, die IB KGS Stella Neubrandenburg, das Musikgymnasium Käthe Kollwitz Rostock, das Richard-Wossidlo-Gymnasium Waren, die Mittelschule Schwertberg, die Borwinschule Rostock, die Hans-Fallada-Schule Feldberg und die Mittelschule Waldhausen,
… an alle Lehrkräfte, Volunteers, Unterstützerinnen und Unterstützer vor Ort,
… an die Kinos, Badestellen, Helferinnen und Helfer, die kurzfristig Räume geöffnet, Wege erleichtert, Interviews möglich gemacht oder einfach mit angepackt haben,
… und an Ostsee, Warnow, Traun, Ilm, Aist, Attersee, Tollensesee, Tiefwarensee, Feldberger Haussee, Malchiner See, Feilenmooser Erholungsweiher und Badesee Waldhausen. Ihr habt uns gezeigt, dass gerade dort, wo Pläne ins Wasser fallen, oft die stärksten Begegnungen entstehen.























































