Großes Kino

Regen kann Grenzen setzen – oder Türen öffnen. In Burghausen konnten wir unsere Wasserstationen kurzerhand an einen ungewöhnlichen Ort verlegen. Nach der Filmvorführung von „2467 km – Eine Reise bis ins Schwarze Meer“ im Ankersaal durften wir mit den Schüler:innen einfach dort bleiben und erlebten so großes Kino für unser Wasser.

Auch in Konstanz schrieb der Regen sein eigenes Drehbuch. Die Schauer kamen und gingen, und wir gingen mit. Mal draußen auf dem Bodensee, mal geschützt im Trockenen, und immer mitten im Element. Beide Tage zeigten: Vieles ist möglich, wenn wir gedankliche Grenzen beiseitelegen und uns für das Erleben öffnen.

Burghausen: Ein Tag wie im Film

In Burghausen begann der Wassertag zunächst mit echtem Kino. Die Schüler:innen der Mittelschule Garching an der Alz sahen im Ankersaal nicht nur unseren Film, sondern erlebten dort auch unsere Wasserstationen. Denn als nach der Vorführung draußen noch „Land unter“ war, boten uns die Kinobetreiber dankenswerterweise an, die Stationen einfach in den Kinosälen aufzubauen. Die Jugendlichen nahmen diese Kulisse begeistert an. „Es war wie im Film und das Finale im Wöhrsee im Nieselregen kann sich auch sehen lassen“, sagten sie später.

Als der Regen dann nachließ, ging es nämlich doch noch aufs Wasser. Die Freude, im feinen Nieselregen zu paddeln und den Regen riechen zu können, war bei allen spürbar. Zum Dank schenkten uns die Schüler:innen selbstgemalte Bilder.

Für unser Teammitglied Antonia war es ein besonderer Tag: Nach sechs Jahren kehrte sie gestern an den Ort ihres allerersten Wassertages 2019 zurück. „Heute war einfach alles im Fluss“, schrieb sie am Ende.

Wer noch tiefer in die Wasserwelt dieser Region eintauchen möchte, dem sei unser Film Die Seele der Salzach empfohlen. Darin begleitet die Kamera Pascal auf seiner Reise entlang der Salzach – von ihrer Quelle bis zur Mündung in den Inn bei Burghausen. Mal zu Fuß durch die Berge, mal paddelnd auf dem Wasser, wird die Salzach dabei in all ihren Facetten sichtbar.

Konstanz: Lachend auf den Wellen

In Kontanz waren wir Teil der Wasserwoche der neunten Klassen des Faust-Gymnasiums Staufen-Breisgau. Trotz des Regens ließen wir es uns nicht nehmen, auf dem überraschend warmen Bodensee paddeln zu gehen. Während eine Gruppe auf dem SUP die Wellen erkundete, widmeten sich die anderen den Stationen.

Anhand der selbstgebauten Wasserfilter erforschten die Jugendlichen den Kreislauf von Grundwasser und die Einflüsse des Menschen. Gemeinsam entwickelten wir Ideen für Lösungen, um diesen sensiblen Kreislauf zu schützen. Die Regenschauer machten das Erlebnis nur intensiver. Zwischendurch fanden wir Schutz auf dem Gelände der Universität Konstanz. Als kleines Dankeschön führten wir mit den Schüler:innen ein Cleanup der Badestelle durch und besprachen, wie lange es dauert, bis aus Plastikmüll Mikro- und schließlich Nanoplastik wird.

Ein Highlight war das Lachyoga, das bei den Jugendlichen auf große Begeisterung stieß. Zum Abschluss gab es ein Telefonat mit Pascal, der alle Fragen der Schüler:innen zu seiner Reise bis ins Schwarze Meer beantwortete.

Unser Dank gilt Volunteer Klaus für sein Engagement an der Kreativstation.

The water we met

Der Wöhrsee

Der Wöhrsee ist ein naturnaher Badesee und liegt malerisch unterhalb der weltlängsten Burganlage Europas in Burghausen. Er entstand als Altwasserarm der Salzach, gespeist vom St. Johannser Bach, und entwässert über den kurzen Wöhrbach wiederum in die Salzach. Von dort nimmt das Wasser seinen Weg weiter in den Inn, die Donau und schließlich bis ins Schwarze Meer. Mit einer Fläche von ca. 0,1 km² und maximal 3,7 Metern Tiefe erwärmt sich der See im Sommer recht schnell auf etwa 21–23 °C.

Historisch diente der Wöhrsee als Teil der Verteidigungsanlage der Burg, als Fischgewässer und Eislieferant; später wurde dort eine Kuranlage betrieben und seit dem 19. Jahrhundert ist er als Freibad für Bürger zugänglich. Heute ist er ein lebendiger Freizeitort mit Bootsverleih, Beachvolleyball, Kinderspielplätzen und SUP-Angeboten.

Informationen zum Bodensee findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Quote of the day

„Es war wie im Film und das Finale im Wöhrsee im Nieselregen kann sich auch sehen lassen.“

Thought of the day

Grenzen verschwinden, wenn wir uns trauen, den Plan loszulassen.

MAHALO an die Stadt Burghausen für die Bereitstellung des Ankersaals, an die BNP Paribas mit Volunteer Klaus, die Sparkasse Staufen-Breisgau, die Sparkasse Altötting-Mühldorf, alle engagierten Lehrkräfte und vor allem an die Jugendlichen, die diesen Tag im Regen zu etwas Strahlendem gemacht haben.