Mitten im Miteinander

Es gibt Tage, an denen liegt etwas Leichtes in der Luft. Ein stilles Einverständnis, dass dieser Tag gut wird – einfach, weil alle in die gleiche Richtung blicken.
So war es gestern in Burgau und Mühldorf am Inn, wo Freude, Wasser und Gemeinschaft ineinanderflossen.

Burgau: Ein Urlaubstag mit Freunden

Die neunte Klasse der Markgrafen-Realschule aus Burgau hatte sich mit einem selbstgedrehten Video beim Schulleiter für einen Wassertag beworben und war ausgewählt worden. Und schon nach wenigen Minuten an diesem Wassertag wussten wir: Diese Jugendlichen wollten nicht einfach nur dabei sein, sondern sich für das Wasser wirklich ins Zeug legen. Die Sonne über dem Silbersee, ein leichter Wind und eine entspannte Stimmung machten es dann zu einem Erlebnis, das sich wie Urlaub mit Freunden anfühlte.

Bei einem kleinen Workshop an der Handpan kam Neugier auf – vor allem bei einigen Mädchen, die zum ersten Mal das Instrument entdeckten und darauf wie selbstverständlich ihre eigenen Klänge fanden.

Was diesen Tag außerdem besonders machte, war die Selbstverständlichkeit, mit der alle mithalfen. Kein Zögern beim Einräumen, kein Widerstand bei kleinen Aufgaben. Es war ein Miteinander, das nicht eingefordert werden musste, sondern einfach da war. So wie auch die anerkennenden Worte der Lehrkräfte und einiger Badegäste, die uns am Ufer begegneten und uns mitgaben: „Es ist schön, dass es Menschen gibt, die ihre Freude an der Natur weitergeben.“

Mühldorf am Inn: Im Fluss

In Mühldorf erwartete uns Abenteuer: Mit der Innfähre setzten wir auf die andere Seite des Flusses über, durch trübes Wasser, das von den vergangenen Regentagen erzählte.

Die Stationen entlang des Naturerlebnispfads nahmen die Schüler:innen der Mittelschule Mühldorf mit Interesse an und wuchsen mit jedem Schritt ins Erleben hinein. Wir nahmen noch eine Wasserprobe des Inns zur Analyse auf Mikroplastik und am Ende paddelten fast alle mit einem Lächeln über den Flossinger See.

Auch ein Fernsehteam war dabei, ebenso wie die Sparkasse, die uns durch ihre Unterstützung diese Begegnung mit dem Wasser ermöglicht hat. Der schönste Satz kam zum Schluss. Kurz und klar: „Ich fand den ganzen Tag toll!!! :-)“

The water we met

Der Silbersee bei Burgau

Der Silbersee in der Nähe von Burgau ist in den 1960er Jahren durch den industriellen Abbau von Kies entstanden. Über die Jahrzehnte hat sich der See zu einem Bade-, Freizeit- und Naherholungsgebiet für die Region Günzburg entwickelt. Gespeist wird er ausschließlich durch Grundwasser und Niederschläge – einen natürlichen Zu- oder Abfluss gibt es nicht.

In den Sommermonaten erwärmt sich das Wasser rasch, bleibt aber durch die Grundwasserversorgung meist kühl. Der See verfügt über flache Uferzonen, kleine Inseln und eine weiträumige Liegewiese.

Ökologisch erfüllt der Silbersee mehrere Funktionen: Zum einen dient er als Rückhaltebecken bei Hochwasser der benachbarten Mindel. Zum anderen bietet er Lebensraum für Wasservögel und Amphibien.

Der Inn

Auf einer Länge von über 500 Kilometern fließt der Inn von der Schweiz durch Österreich bis nach Deutschland, wo er in Passau in die Donau mündet. Bei Mühldorf am Inn ist er einerseits durch die Staustufen der Wasserkraftwerke geprägt, andererseits gibt es immer wieder Abschnitten, die Rückzugsräume für Natur und Erholung bieten.

Der Inn hat ein großes Einzugsgebiet und bringt im Sommer viel Schmelzwasser aus den Alpen mit sich. Nach starken Regenfällen wirkt das Wasser oft trüb und sedimentreich. Die Temperaturen schwanken je nach Jahreszeit zwischen 12 und 24 Grad.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Fluss stark reguliert. Über 20 Kraftwerke zerschneiden seinen Verlauf und beeinflussen die Strömung und das ökologische Gleichgewicht. Dennoch gibt es Initiativen, den Inn durch Renaturierungsprojekte wieder erlebbarer zu machen.

Für die gesamte Alpen- und Voralpenregion ist der Inn ein bedeutendes Gewässer, sowohl ökologisch, als auch historisch und wirtschaftlich. Gleichzeitig steht er exemplarisch für die Herausforderungen an moderne Flusslandschaften – zwischen Energiegewinnung, Hochwasserschutz und dem Wunsch nach Naturerfahrung.

Der Flossinger See

Der Flossinger See liegt südlich von Mühldorf am Inn und gehört zur Gemeinde Polling. Ursprünglich als Hochwasserrückhaltebecken angelegt, wird er heute vielseitig als Badegewässer, Naherholungsort und Naturraum genutzt. Sein Wasser bezieht der See überwiegend aus dem Flossinger Bach und dem Grundwasser.

In den Sommermonaten erwärmt sich das Wasser auf 20 bis 24 Grad und bleibt durch die natürliche Speisung relativ nährstoffarm – was das Algenwachstum begrenzt.

Quote of the day

„Ich fand den ganzen Tag toll!!! :-)“

Thought of the day

Leichtigkeit ist kein Zufall.

MAHALO an an das Kino Donaulichtspiele in Offingen, den Fischerverein Oberknöringen e.V., die VR Bank Donau-Mindel eG, die Sparkasse Altötting-Mühldorf, die Lehrkräfte und natürlich an alle Jugendlichen, die diesen Tag nicht nur erlebt, sondern getragen haben.