Nicht selbstverständlich

Wasser kommt aus dem Hahn, füllt Seen, fließt durch Bäche und Flüsse, fällt als Regen vom Himmel. Wasser ist einfach da.

Bei unseren sechs Wassertagen in Mühldorf, Höchstadt, Garching, Erlangen und Mindelheim zeigte sich in dieser Woche immer wieder, wie trügerisch diese Selbstverständlichkeit ist.

Am Flossinger See wurde das anhaltende Niedrigwasser zum Thema. Am Dechsendorfer Weiher erinnerten Blaualgen daran, wie empfindlich stehende Gewässer auf Wärme und Nährstoffeinträge reagieren. Jugendliche aus Garching berichteten, dass ihr Trinkwasser in den letzten Wochen zeitweise nicht bedenkenlos getrunken werden konnte. In Mindelheim rief die Stadt zum Wassersparen auf, während viele Schülerinnen und Schüler noch die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre im Gedächtnis hatten.

Zu wenig Wasser. Zu viel Wasser. Zu warmes oder belastetes Wasser.

Was widersprüchlich klingt, gehört eng zusammen. Der Klimawandel verändert den Wasserkreislauf und damit das Wasser vor unserer Haustür. Er lässt Trockenperioden länger werden, Gewässer erwärmen und Starkregen heftiger ausfallen.

Bei unseren Wassertagen wird aus diesen großen Zusammenhängen etwas, das wir sehen und spüren können. Und aus der Frage, was mit unserem Wasser geschieht, wird eine zweite:

Was können wir selbst verändern?

 

Veränderung beginnt hier

Zum Wochenstart nahmen Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Mühldorf am Inn an unserem Wassertag teil. Nach dem Film ging es gemeinsam an den Flossinger See, wo eine Frage den Tag begleitete: Wie könnte die Donau wieder zu einem Fluss werden, dessen Wasser bedenkenlos getrunken werden kann?

Die Antwort war den Jugendlichen schnell klar. Sie liegt nicht Hunderte Kilometer entfernt und auch nicht erst an der Donau. Sie liegt direkt vor der Haustür: am Inn.

Denn Wasser hält sich nicht an Gemeinde-, Landes- oder Staatsgrenzen. Der Inn fließt weiter in die Donau und schließlich bis ins Schwarze Meer. Was hier in das Wasser gelangt, kann weit entfernte Regionen erreichen. Und was hier geschützt, zurückgehalten oder renaturiert wird, wirkt ebenfalls über den Ort hinaus.

Das anhaltende Niedrigwasser machte zusätzlich sichtbar, wie dringend Flüsse mehr Raum und Widerstandskraft benötigen. Naturnahe Ufer, Auen und unversiegelte Flächen können Wasser in der Landschaft halten, Lebensräume schaffen und sowohl bei Trockenheit als auch bei Hochwasser helfen.

Die große Veränderung beginnt auch an einem kleinen Flussabschnitt vor der eigenen Haustür.

Wenn die Störche über der Aisch kreisen

Für die Schülerinnen und Schülern der Staatlichen Realschule Höchstadt ging es an ihrem Wassertag vor allem um die Landschaft rund um die Aisch, die auf besondere Weise vom Wasser geprägt ist. Zahlreiche Teiche, Feuchtwiesen und Auen speichern Wasser und bieten Amphibien, Libellen, Wasservögeln und vielen weiteren Arten einen Lebensraum. Während die Jugendlichen an den Wasserstationen unterwegs waren, kreisten immer wieder Weißstörche über ihnen und machten die Artenvielfalt dieser Region unmittelbar sichtbar.

Doch auch die Erinnerung an das Hochwasser von 2021 war an diesem Wassertag noch präsent. Die Jugendlichen erfuhren, warum natürliche Überschwemmungsflächen, unversiegelte Böden und Rückhalteräume so wichtig sind. Wo Wasser keinen Raum mehr findet, kann es bei Starkregen innerhalb kurzer Zeit zur Gefahr werden.

Nach den Stationen an der Aisch ging es mit dem Bus weiter zum Dechsendorfer Weiher. Dort wurde das Stand-up-Paddeln zum Höhepunkt des Tages. Ins Wasser gingen die Jugendlichen jedoch nicht. Im Weiher treten während warmer Sommer immer wieder Blaualgen auf. Deshalb hieß es an diesem Tag: paddeln statt baden.

Die Freude auf dem Wasser wurde dadurch nicht kleiner. Zugleich wurde deutlich, dass ein See Freizeitort, Lebensraum und empfindliches Ökosystem zugleich ist.

Auf dem Wasser wird es stiller

Am nächsten Tag kehrte das Team an den Dechsendorfer Weiher zurück. Dieses Mal nahmen zwei sechste Klassen der Wirtschaftsschule Erlangen am Wassertag teil.

Zu Beginn war die Gruppe noch sehr lebhaft. Doch als die Schülerinnen und Schüler auf die SUP-Boards stiegen, veränderte sich die Atmosphäre. Mit jedem Meter, den sie sich vom Ufer entfernten, wurden sie aufmerksamer und neugieriger. Sie betrachteten ihre Umgebung, stellten Fragen und entwickelten einen unmittelbaren Bezug zum Gewässer.

Für die Wassermentor:innen dieses Teams endeten die Wassertage damit für diese Saison. Zurück blieb bei ihnen viel Dankbarkeit für die Begegnungen mit den Schülerinnen und Schülern und für die vielen intensiven gemeinsamen Erfahrungen.

Der Luxus aus der Leitung

Gleichzeitig fand am Dienstag auch in Garching an der Alz ein Wassertag statt. Die 31 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule durften sich im Ankersaal in Burghausen „2467 km – Eine Reise bis ins Schwarze Meer“ anschauen. Inzwischen ist der Saal beinahe zu einem PWFG-Wohnzimmer geworden, da wir in jedem Jahr hierher zurückkehren dürfen.

Anschließend spazierten sie gemeinsam mit dem Team an der Salzach entlang, mit der PWFG eng verbunden ist. Hier fanden bereits viele Wassertage statt, und hier entstand auch die Idee zum zweiten Film des Vereins „ Die Seele der Salzach“.

Für die Wasserstationen ging es weiter in das historische Wöhrseebad. Die besondere Atmosphäre des Ortes lud dazu ein, nicht nur über die Zukunft, sondern auch über die Vergangenheit nachzudenken: Wie verbrachten die Menschen hier vor 100 Jahren ihre Zeit am Wasser? Wie hat sich das Verhältnis zu Flüssen und Seen verändert? Und wie selbstverständlich war damals sauberes Trinkwasser?

Mehrere Jugendliche berichteten, dass ihr Leitungswasser im vergangenen Monat zeitweise nicht als Trinkwasser genutzt werden konnte. Damit war das Thema nicht mehr abstrakt und weit weg. In Deutschland lässt sich der Wasserhahn gewöhnlich aufdrehen und das Wasser direkt trinken. Dass dieses Wasser jederzeit sauber und verfügbar ist, erscheint selbstverständlich. Ist es aber nicht.

Hohe Temperaturen können auch die Trinkwasserversorgung vor Herausforderungen stellen. Wasserleitungen und Speicher müssen überwacht, Keime frühzeitig erkannt und die Qualität zuverlässig gesichert werden. Den Jugendlichen war schnell klar, dass Wasser eines der großen Zukunftsthemen ist. Der Wassertag vermittelte ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten: Weniger konsumieren. Flüsse und Ufer sauber halten. Wasser bewusst verwenden. Sich für Renaturierung einsetzen. Und immer wieder darüber sprechen, dass sauberes Wasser ein Wert ist, der gemeinsam geschützt werden muss.

Wasserknappheit im Wasserwerk

Am Mittwoch hieß es im Maristenkolleg Mindelheim zunächst: Film ab. Doch das Thema Wasser wartete nicht erst auf der Leinwand. Es war in der gesamten Stadt präsent.

Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit hatte Mindelheim seit dem Anfang der Woche zum Wassersparen aufgerufen. Der Verbrauch war stark angestiegen. Statt der sonst üblichen rund 3.000 Kubikmeter flossen täglich etwa 4.000 bis 4.200 Kubikmeter durch die Leitungen des Wasserwerks. Gleichzeitig waren durch die trockenen Wochen zuvor die Grundwasserstände stark gesunken.

Die Situation zeigte uns und auch den Schülerinnen und Schülern, wie schnell aus einer scheinbar unerschöpflichen Ressource eine begrenzte werden kann. An der Station „Leben“ beschäftigten sich die Jugendlichen damit, wie Wasser im Alltag eingespart werden kann. Duschen statt baden. Den Wasserhahn beim Zähneputzen schließen. Regenwasser zum Gießen nutzen. Konsum überdenken, denn auch in Kleidung, Lebensmitteln und technischen Geräten steckt sogenanntes virtuelles Wasser.

Eine Lehrkraft brachte außerdem eine sportliche Idee aus Schweden mit: Plogging. Dabei wird Joggen mit Müllsammeln verbunden. Bewegung für den eigenen Körper und gleichzeitig ein Einsatz für die Umwelt.

Ein Gedanke aus der Gruppe fasste die Idee hinter dem Müllsammeln besonders schön zusammen:
„Wir sammeln den Müll und bekommen dafür sauberes Wasser – ein Geben und Nehmen.“

Auch die Hochwasserereignisse im Juni 2024 in Mindelheim beschäftigten noch viele Jugendliche. Manche hatten selbst erlebt, wie schnell Wasser Straßen, Keller und ganze Wohngebiete erreichen kann.

In derselben Stadt, in der Erinnerungen an zu viel Wasser lebendig sind, wird nun zum Sparen aufgerufen. Wasserknappheit und Hochwasser sind keine Gegensätze. Sie zeigen vielmehr, wie wichtig ein natürlicher Wasserkreislauf und Landschaften sind, die Wasser aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben können.

Kein Winter ohne Wasser

Am Donnerstag ging es mit einer weiteren Gruppe des Maristenkollegs wieder an den Mindelsee. An diesem Tag stand ein anderes Thema im Vordergrund: Der Wintersport. Die Schülerinnen und Schüler leben nicht weit von den Bergen entfernt. Entsprechend schnell verstanden sie, was steigende Temperaturen bedeuten: weniger Schnee, kürzere Winter und weniger Möglichkeiten zum Skifahren und Rodeln.

Doch nicht nur für Menschen verändert sich etwas. Auch Fische und Wasserpflanzen geraten unter Stress, wenn sich Seen und Flüsse erwärmen. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen. Lebensbedingungen verändern sich, empfindliche Arten finden weniger Rückzugsräume und Algen können sich stärker vermehren.

Was auf den Bergen als fehlender Schnee sichtbar wird, setzt sich in den Gewässern fort. Alles ist miteinander verbunden.

Gemeinsam können Menschen mehr bewirken

Auch für unser Team Süd gingen damit die letzten gemeinsamen Wassertage zu Ende. Was bleibt, ist eine Erfahrung, die sich durch die gesamten Wochen zog: Gemeinsam können wir mehr bewirken als allein.

Sie beginnt, wenn eine Schule einen Wassertag möglich macht. Wenn Lehrkräfte ihre Erfahrungen teilen. Wenn Partner finanzielle Unterstützung leisten. Wenn Teams Wissen und Begeisterung weitergeben. Wenn Jugendliche Müll sammeln, Fragen stellen, ihre Ängste überwinden und auf einem SUP-Board plötzlich ganz still werden.

Wasser ist nicht selbstverständlich.

Aber auch der Einfluss jedes einzelnen Menschen ist größer, als es manchmal scheint.

It’s high tide to act.


The water we met

Die Aisch

Die Aisch ist ein rund 83 Kilometer langer Fluss in Mittel- und Oberfranken. Sie entspringt bei Schwebheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und mündet südlich von Hirschaid in die Regnitz. Über Main und Rhein fließt ihr Wasser weiter bis in die Nordsee.

Die Aisch ist ein langsam fließender, von Natur aus nährstoffreicher Fluss. Ihr häufig trüb oder bräunlich wirkendes Wasser ist deshalb nicht automatisch verschmutzt. In ihrem Unterlauf schlängelt sie sich durch eine flache Landschaft aus Wiesen, Auen und Feuchtgebieten. Diese Bereiche können bei Hochwasser Wasser aufnehmen und bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsräume.

Eine Besonderheit ist die enge Verbindung der Aisch mit der umgebenden Teichlandschaft. Im Aischgrund liegen unzählige, vielfach seit Jahrhunderten bewirtschaftete Karpfenteiche. Gemeinsam mit dem Fluss, seinen Nebenbächen, Feuchtwiesen und kleinen Wäldern bilden sie eine wertvolle Kulturlandschaft und einen vielfältigen Lebensraum unter anderem für Amphibien, Libellen, Wasservögel und Weißstörche.

Wie viele Flüsse wurde auch die Aisch über lange Zeit begradigt, befestigt und durch Wehre verändert. Dadurch gingen natürliche Strukturen und Überschwemmungsflächen verloren. Für ihre ökologische Entwicklung ist es deshalb wichtig, dem Fluss wieder mehr Raum zu geben, Ufer naturnäher zu gestalten und die Verbindung zwischen Fluss und Aue zu verbessern. Natürliche Auen fördern nicht nur die Artenvielfalt, sondern halten bei Hochwasser Wasser in der Landschaft zurück.

Die Salzach

Die Salzach ist ein rund 225 Kilometer langer Alpenfluss und der größte Fluss des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Sie entspringt in den Kitzbüheler Alpen, durchquert unter anderem Mittersill, Bischofshofen, Hallein und die Stadt Salzburg und bildet anschließend über viele Kilometer die Grenze zwischen Bayern und Österreich. Bei Haiming mündet sie in den Inn und weiter flussabwärts in die Donau. Damit ist die Salzach Teil eines weit verzweigten europäischen Flusssystems.

Von Natur aus ist die Salzach ein dynamischer Wildfluss. Sie transportiert Kies, Geröll und Sand aus den Alpen und formte ursprünglich ein breites Flussbett mit Seitenarmen, Kiesbänken und regelmäßig überfluteten Auen. Diese wechselnden Strukturen boten Fischen, Wasservögeln, Amphibien, Insekten und spezialisierten Pflanzen vielfältige Lebensräume. Auch bei Hochwasser waren die Auen wichtig: Sie nahmen Wasser auf, verlangsamten den Abfluss und hielten es länger in der Landschaft.

Über Jahrhunderte wurde die Salzach jedoch begradigt, eingeengt und an ihren Ufern befestigt. Die Kanalisierung beschleunigte ihre Strömung, während zugleich weniger Geschiebe aus den Zuflüssen nachkam. Dadurch grub sich der Fluss immer tiefer in sein Bett ein. Kiesbänke, Nebenarme und die Verbindung zu den Auen gingen vielerorts verloren. Diese Entwicklung beeinträchtigt nicht nur die Lebensräume im Fluss, sondern kann langfristig auch die Stabilität der Ufer und den Grundwasserhaushalt der angrenzenden Landschaft gefährden.

Heute soll die Salzach schrittweise wieder mehr Raum erhalten. An der Unteren Salzach werden Ufer aufgeweitet, natürliche Strukturen geschaffen und Totholz oder Wurzelstücke eingebracht. Bei höheren Wasserständen kann der Fluss die Ufer anschließend selbst weiter formen. So sollen die Flusssohle stabilisiert, neue Flachwasserbereiche und Kiesbänke geschaffen und die ökologischen Verbindungen zwischen Fluss und Aue verbessert werden.

Die Geschichte der Salzach zeigt außerdem, dass sich der Zustand eines Flusses durch konsequentes Handeln verbessern lässt. Im 20. Jahrhundert war sie durch industrielle Abwässer zeitweise extrem belastet. Umfangreiche Maßnahmen zur Abwasserreinigung führten dazu, dass sich ihre Wasserqualität deutlich erholte. Heute stehen weniger die sichtbare Verschmutzung als vielmehr die fehlende natürliche Dynamik, die Folgen der Regulierung und der Klimawandel im Mittelpunkt.

Der Wöhrsee

Der Wöhrsee liegt unmittelbar vor der Altstadt von Burghausen und unterhalb der weltberühmten Burganlage. Er entstand aus einem ehemaligen Flussarm der Salzach und wird heute vor allem als Bade- und Erholungsgewässer genutzt.

Seine Lage zwischen Altstadt, Burgberg und bewaldeten Hängen macht ihn zu einem besonderen Ort. Im historischen Wöhrseebad begegnen sich Natur, Kultur und Freizeitgeschichte. Generationen von Menschen haben hier schwimmen gelernt, Sommertage verbracht und eine persönliche Beziehung zum Wasser entwickelt.

Gleichzeitig erinnert der See daran, dass auch innerstädtische Gewässer empfindliche Lebensräume sind. Wasserqualität, Temperatur, Nutzung und Pflege müssen fortlaufend zusammengedacht werden.

Der Dechsendorfer Weiher

Der Dechsendorfer Weiher liegt im Erlanger Stadtteil Dechsendorf. Das künstlich angelegte Gewässer wird vom Röttenbach gespeist und seit Langem zur Naherholung, zum Baden, Angeln und für den Wassersport genutzt.

Wie viele flache und langsam durchströmte Gewässer reagiert der Weiher empfindlich auf hohe Temperaturen und einen zu großen Eintrag von Nährstoffen. In den Sommermonaten können sich daher Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen genannt, stark vermehren. Deshalb wird die Wasserqualität regelmäßig beobachtet.

Der Flossinger See

Der Flossinger See liegt bei Oberflossing in der Gemeinde Polling, nur wenige Kilometer südöstlich von Mühldorf am Inn. Seine Entstehung ist eng mit dem Schutz des Ortes vor Hochwasser verbunden: Der See wurde 1998 als Hochwasserrückhalteanlage für Oberflossing geschaffen. Er ist ein Grundwassersee, wird zusätzlich teilweise vom Flossinger Bach gespeist und besitzt eine Wasserfläche von rund 2,75 Hektar.

Damit erfüllt der Flossinger See gleich mehrere Aufgaben. Bei starken Niederschlägen kann er Wasser aufnehmen und zurückhalten, bevor es ungebremst in den Ort fließt. Gleichzeitig hat sich rund um das künstlich geschaffene Gewässer ein beliebter Freizeit- und Erholungsraum entwickelt. Im Sommer wird der See zum Baden und Schwimmen genutzt, im Winter bei geeigneten Bedingungen zum Eislaufen und Eisstockschießen.

Der Flossinger See zeigt besonders anschaulich, dass Hochwasserschutz und Naherholung miteinander verbunden werden können. Ein technisches Rückhaltebecken ist im Laufe der Zeit zu einem Ort geworden, an dem Menschen Natur erleben, sich bewegen und eine persönliche Beziehung zum Wasser entwickeln können.

Gleichzeitig bleibt seine ursprüngliche Funktion von großer Bedeutung. Durch den Klimawandel nehmen sowohl längere Trockenperioden als auch heftige Starkregenereignisse zu. Landschaften benötigen deshalb Flächen, die Wasser aufnehmen und zeitweise speichern können. Solche Rückhalteräume entlasten Siedlungen und verhindern, dass Regenwasser innerhalb kurzer Zeit in großen Mengen durch Bäche und Ortschaften strömt.

Der Mindelsee

Der Mindelsee liegt nördlich von Mindelheim und wird in der Region auch „neue Nordsee“ genannt. Das Naherholungsgebiet umfasst zwei benachbarte Seen, die durch den früheren Kiesabbau entstanden sind. Heute wird das Gewässer zum Baden, Angeln, Spazierengehen und zur Erholung genutzt.

Als ehemaliger Baggersee wird der Mindelsee vor allem durch Grundwasser gespeist. Beim Kiesabbau wurde der Untergrund so weit vertieft, dass sich die Gruben mit Wasser füllten. Mit der Zeit entstand daraus eine neue Wasserlandschaft und ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Da natürliche Zu- und Abflüsse weitgehend fehlen, findet jedoch nur ein begrenzter Wasseraustausch statt. Dadurch kann sich der See im Sommer schnell erwärmen. Warmes Wasser nimmt weniger Sauerstoff auf und kann die Vermehrung von Algen und Cyanobakterien begünstigen. Der Mindelsee zeigt deshalb nicht nur, wie aus einer vom Menschen veränderten Landschaft ein neuer Erholungsraum entstehen kann, sondern auch, wie empfindlich solche Gewässer auf Hitze, Trockenheit und Nährstoffeinträge reagieren.


MAHALO

… an die Sparkasse Altötting-Mühldorf, die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach, die Franken Brunnen-Stiftung Jugend und Natur und die Sparkasse Schwaben-Bodensee, die diese sechs Wassertage ermöglicht haben,

… an die Mittelschule Mühldorf am Inn, die Staatliche Realschule Höchstadt an der Aisch, die Mittelschule Garching an der Alz, die Wirtschaftsschule Erlangen und das Maristenkolleg Mindelheim,

… an den Ankersaal in Garching für die erneute kostenlose Filmvorführung,

… an alle Vertreterinnen und Vertreter der Partner, die die Wassertage an den Gewässern besucht und begleitet haben,

… an alle Lehrkräfte, die ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Erinnerungen mit den Jugendlichen und den Teams geteilt haben,

… an alle Schülerinnen und Schüler, die gesammelt, diskutiert, gefragt, zugehört, nachgedacht und sich auf das Wasser gewagt haben,

… an alle Wassermentorinnen und Wassermentoren dieser Woche,

… und an Aisch, Dechsendorfer Weiher, Flossinger See, Salzach, Wöhrsee und Mindelsee. Dass ihr da seid, sollte niemals selbstverständlich sein.