Wasser von oben, Fragen von innen

Warum handeln wir oft erst, wenn es fast zu spät ist?

Ob auf dem SUP bei Regen oder barfuß auf dem Steg mit geschlossenen Augen: An unseren Wassertagen gestern in Raubling und Günzburg ging es um das Spüren der Elemente auf andere Art, ums Staunen – und um die Frage, warum wir Menschen ein Problem erst angehen, wenn es bereits in der Tür steht.

Raubling: Paddeln im Regen, Denken in alle Richtungen

Der Happinger Ausee empfing uns mit grauem Himmel, Tropfen von allen Seiten und einer Klasse, der das Wetter herzlich egal war. Die Schüler:innen der Michael-Ende-Schule aus Raubling ließen sich nicht beirren. Sie paddelten über den See und nahmen die nassen Bedingungen mit Humor und Neugier an.

An der Lebenstation ging es um Müll im Wasser, um Kreisläufe, Verantwortung und Konsum. Und um die Frage: Was hinterlassen wir? Ein Schüler meinte dazu: „Wenn Müll im Wasser schwimmt, komme ich aus meinem Urlaub ohne Erholung zurück.“

Wie wir Müll vermeiden können? Eine Mitschülerin ergänzte: „Second Hand ist cool.“ – und gab unserer Kernbotschaft „WIRKLICH?“ damit einen neuen Spin.

Günzburg: Das Wasser aufnehmen – auch ohne zu paddeln

Am Mooswaldsee war es an diesem Tag zu windig fürs Stand-up-Paddling. Doch das tat der Tiefe des Erlebens keinen Abbruch. Drei achte Klassen des Maria-Ward-Gymnasiums aus Günzburg ließen sich bei der Achtsamkeitsstation auf eine ganz andere Bewegung ein: Sie lagen mit geschlossenen Augen auf dem Steg, lauschten leiser Handpan-Musik und nahmen das Wasser durch den Wind auf.

Die Skipper Gilde, die uns den Zugang zum Gelände ermöglichte, teilte uns mit, dass innerhalb von zweieinhalb Wochen der See durch Hitze und Trockenheit 15 Zentimeter Wasser verloren hatte. Die Temperaturen lagen stellenweise über 25 Grad. Diese Zahlen sind alarmierend und führten fast zwangsläufig zu der Frage, warum wir Menschen oft erst handeln, wenn das Problem schon den Fuß in der Tür hat. Wir ließen diese Frage im Raum stehen und merkten, dass sie viele Jugendliche nicht kalt ließ.

Der Besuch von Herrn Uhl von der Sparkasse Schwaben Bodensee fügte sich nahtlos in den Wassertag ein. Er überreichte allen Schüler:innen eine wiederbefüllbare Wasserflasche.

The water we met

Der Happinger Ausee

Eingebettet in die sanfte Landschaft südöstlich von Rosenheim liegt der Happinger Ausee, ein ehemaliger Baggersee, der heute als beliebtes Naherholungsgebiet dient. Doch so klar und ruhig das Wasser auch wirkt: Der See hat ein empfindliches Ökosystem. Er besitzt keine natürlichen Zu- oder Abflüsse und wird vor allem durch Grund- und Oberflächenwasser aus dem Umland gespeist. Das macht ihn anfällig für Temperaturanstiege, Nährstoffeinträge, Mikroplastik und Badeeinflüsse. Besonders in heißen Sommern fehlt es an Ausgleich. Wenn das Wasser verdunstet, steigt die Belastung.

Der Mooswaldsee

Der Mooswaldsee bei Günzburg umfasst rund 25 Hektar Wasserfläche und wird in mehrere Teilbereiche gegliedert. Er gilt als bedeutendes Freizeitgewässer in der Region und wird von der örtlichen Skipper Gilde gepflegt. Auch der Mooswaldsee hat keine starken Zuflüsse. Er wird vorwiegend über Grund- und Oberflächenwasser aus dem Donaumoos gespeist und ist damit fragil und sehr abhängig vom Wetter. Ohne natürliche Durchströmung können sich Wärme- und Belastungsprobleme schnell verstärken. Gleichzeitig ist er ein Ort des Lebens für Fische, Vögel, Pflanzen und dient als wichtiges Erholungsgebiet und Sensibilisierungsort für die Bevölkerung.

Quote of the day

„Wenn Müll im Wasser schwimmt, komme ich aus meinem Urlaub ohne Erholung zurück.“

Thought of the day

Was soll einmal über uns geschrieben werden?
Wir haben jetzt die Chance, zu denen zu werden, die gehandelt haben.

MAHALO an die Sparkassenstiftung Zukunft für den Landkreis Rosenheim, an Herrn Uhl und die Sparkasse Schwaben-Bodensee, an die Skipper Gilde Günzburg und an alle, die nicht warten, bis es zu spät ist.