Der Kreis schließt sich
Mit den gestrigen Wassertagen in Raubling und Günzburg wurde der letzte Tropfen in unseren Wasserdeckel gegossen. 100 %. Ein ganzer Sommer, getragen vom Wasser.
Jede Schule, jeder Fluss, jedes Gesicht war anders. Und doch zog sich ein gemeinsames Band durch all diese Tage: die Einladung, neu zu spüren, was Wasser uns bedeutet. Nicht als Konzept, sondern als Erfahrung. Als Element, das berührt, trägt und verbindet.
Gestern war der Moment, an dem sich der Kreis schloss.
Raubling: Verantwortung kennt keine Grenzen
Raubling war der Ort für große Fragen. Was bedeutet es, wenn mein Handeln hier das Wasser anderswo berührt? Und wie tragen wir Verantwortung, über Ländergrenzen hinaus?
Mit den Zehnt- und Elftklässler:innen des Inntal-Gymnasiums Raubling ging es gestern genau darum und sie diskutierten klug, aufmerksam und mit echtem Interesse. So kamen sie selbst auf den Gedanken, dass die globalen Auswirkungen unseres Handelns vor lokalen Entscheidungen stehen müssen. Das Gesamtwohl vor dem individuellen.
Mit einer Gruppe gestalteten wir die Stationen auf Englisch – nicht nur weil ein Austauschschüler unter ihnen war, sondern auch, weil Sprache unsere Perspektiven weitet. Ein Tag, der zeigte, dass Achtsamkeit viele Sprachen spricht. Und dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – wenn man ihnen Raum dafür gibt.
Es war ein wunderschöner, fließender Abschluss der Wassertage – auch wenn das Paddel aufgrund von viel Regen von oben leider ausfiel. Das holen wir im nächsten Schuljahr dann sicher nach.
Günzburg: Eine Heldenreise zum Abschluss
In Günzburg hielt der angekündigte Regen die Schüler:innen der Technische Schule Heidenheim und uns zunächst in den Räumen der Skippergilde am Mooswaldsee und auch die Stimmung war zurückhaltend. Müdigkeit lag in der Luft. Man merkte, dass ein langes Schuljahr hinter den Schüler:innen lag und die Sommerferien kurz bevorstanden.
Doch dann kamen unsere Wasserstationen. Und mit ihnen entstand Bewegung. Einige Jugendliche malten eindrucksvolle Wasserbilder und zeichneten in unser Wassertagebuch. An der Lebenstation wurde diskutiert, gefragt, getüftelt: Wie lässt sich Mikroplastik aus dem Wasser entfernen? Die Ideen sprudelten – technisch klug und kreativ.
Und dann machte auch das Wetter mit. Der Regen blieb aus, der Himmel hielt und so konnten wir doch noch zum Paddeln auf den Mooswaldsee.
Ein Jugendlicher jedoch war zunächst zurückhaltend. Seit zwei Jahren war er aus Angst nicht mehr im Wasser gewesen. Doch an diesem Tag nahm er all seinen Mut zusammen. Wir hielten das Board, begleiteten ihn Schritt für Schritt – bis er schließlich draußen war. Aufrecht. Auf dem Wasser.
Dieser Moment wurde zum Geschenk des Tages.
Am Wassertag hatte ein Schüler seine Angst vor dem Wasser verloren.
Schöner können die Wassertage nicht enden.
The water we met
Informationen zum Happinger Ausee bei Raubling und zum Mooswaldsee bei Günzburg findet ihr in diesem Blogbeitrag.
Quote of the day
„Achtsamkeit bedeutet nicht nur, auf dich aufzupassen, sondern auch an die kommenden Generationen zu denken.”
Thought of the day
Der letzte Tropfen in unserem Wasserdeckel – und zugleich der Anfang von etwas, das weiterfließt.
MAHALO
An die Sparkassenstiftung Zukunft für die Stadt und Landkreis Rosenheim.
An alle Schüler:innen, Lehrer:innen und Unterstützer:innen in Raubling und Heidenheim.
An das Team der Skippergilde für Schutz, Räume und Vertrauen.
An den Austauschschüler, der uns an die Weite der Welt erinnerte.
An das Wasser, das uns bis zum letzten Tag getragen hat.
Und an Pascal – für den Mut, diese Reise Jahr für Jahr neu zu beginnen.
100 % Wassertage 2025.
100 % Verbindung.



















